Künstler am Bau

Beat Matter

Fusion des Unvereinbaren: Heinz Aeschlimann ist der Kopf Aeschlimann AG. Daneben schafft er als Künstler Skulpturen. Nach 33 Jahren als CEO und 28 Jahren als VRP tritt er seine Führungsaufgaben per Ende Jahr ab. (die baustellen Nr. 12/2010)

«die baustellen» Im Logo Ihres Unternehmens steht direkt über Ihrem Namen die Aussage: Asphalt hat viele Gesichter. Wie ist das zu verstehen?
Heinz Aeschlimann: Dieser Satz ist kennzeichnend für uns. Wir sind in verschiedenen Bereichen tätig und haben deshalb auch verschiedene Gesichter. Wir gehen unseren eigenen Weg, sind anders als andere Firmen und versuchen, in jedem Bereich gut und besser zu sein. Wir fokussieren uns auf die beste Qualität, nicht auf den niedrigsten Preis.

Droht mit allzu vielen Gesichtern nicht die Gefahr der Verzettelung?
Das ist ein Problem zahlreicher Unternehmungen. Doch unsere Grösse lässt es zu, den Überblick zu behalten. Zudem finden unsere verschiedenen Betätigungen ja nicht in beliebigen Geschäftszweigen statt. Wir versuchen vielmehr, verschiedene Aspekte der Asphalt-Be- und Verarbeitung zusammen zu fassen. Das müssen wir, um eine umfassende Garantie gewähren zu können. Wir denken ausschliesslich «schwarz». Also an Asphaltbeläge.

Sie haben Werksbeteiligungen. Weshalb?
Wir versuchen die Produktionen immer selbst in den Händen zu halten, in der Schweiz, wie auch im Ausland. Dort, wo wir Material beziehen, nehmen wir mit unserem Wissen Einfluss auf die Qualität. Wie sonst könnten wir auf unsere Arbeit eine Garantie abgeben? Wir müssen sicher sein, dass unsere Produkte gute Life Cycle Costs erreichen.

Was halten Sie vom oft geforderten Flüsterbelag?
Er ist Ausdruck einer eher kurzen Sichtweise. Lärmmindernde Beläge zeigen zu Beginn sehr gute Resultate, nach zwei Jahren werden sie lauter und nach fünf Jahren sind sie infolge Kornausbruchs schon lauter als viele andere Beläge. Wir zeigen den Auftraggebern mittels Life-Cycle-Aufstellungen, dass man den Effekt des Flüsterbelags in einer langfristigen Sichtweise auch mit einem anderen Belag erreichen kann, der über den Lebenszyklus hinweg zudem Kosteneinsparungen ermöglicht. Unsere Herausforderung ist es, die Auftraggeber von einer momentanen Kostenbeurteilung zu einer langfristigen Kostenbeurteilung zu bewegen.

Trotzdem bauen auch Sie den Flüsterbelag ein. Weshalb tun Sie das, wo doch höchste Qualität Ihr Anspruch ist?
Als Unternehmer ist man verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Belegschaft immer Arbeit hat. Wir müssen an Submissionen teilnehmen, um die Möglichkeit zu haben, dem Auftraggeber bessere Alternativen vorzuschlagen. Diese werden aber nicht immer gewählt, weshalb wir unter anderem auch Flüsterbeläge einbauen.

Wie ausgeprägt ist das kurzfristige Denken bei Ihren Auftraggebern?
Wir sind ab 1985 mit der Life-Cycle-Betrachtung aufgetreten, als in der Schweiz noch niemand davon sprach. Das diesbezügliche Wissen haben wir uns im In- und Ausland mit zusätzlichen Ausbildungen angeeignet. Allmählich wird heute anerkannt, dass bei einer Kosten- und Qualitätsgegenüberstellung auch die Dauerhaftigkeit zu berücksichtigen ist.

Wie verhält es sich mit dem Nachhaltigkeits-Denken in der Schweiz gegenüber dem Ausland?
Im Ausland ist es für uns oft einfacher, da bei Brücken und Hauptinfrastrukturbauten das Langzeitdenken ausgeprägter ist. Zudem stehen die Grossprojekte meist vor einem anderen Hintergrund: Jene, in die wir involviert sind, werden meist von der Weltbank finanziert. Ihre Gelder werden aber nur für den Neubau gesprochen, nicht für den Unterhalt. So hat der Staat in dem gebaut wird Interesse daran, mit guter Qualität möglichst wenig Unterhaltskosten zu entrichten.

Handelt es sich bei der Dnjepr-Brücke in Kiew, bei der Sie hinsichtlich der Fussball-Europameisterschaften 2012 für den Belag verantwortlich sind, auch um ein solches Projekt?
Ja. Die Brückenbauten in der Ukraine sind hochspannend. Fast alle zwei Jahre müssen bestehende Brücken teilweise geschlossen werden, um Belagssanierungen vorzunehmen. Das Fachwissen ist eher als bescheiden einzustufen. Daher sind die Fachgremien an der westlichen Technologie sehr interessiert. Insbesondere, da die Brückenkonstruktionen extremsten Temperaturschwankungen ausgesetzt sind bei im Winter bis minus 35, im Sommer bis plus 75 Grad Celsius Belagstemperatur. Seit sechs Jahren bearbeiten wir den Markt in der Ukraine und vor vier Jahren konnten wir das erste Objekt in Ausführung nehmen. Die zwischenzeitlichen Prüfungen und Tests sind so gut verlaufen, dass diese Baumethode für Neubauten vorgesehen ist.

Die Rundschau des Schweizer Fernsehens hat Sie bei einem Aufenthalt in Kiew begleitet, um einen Beitrag über die grassierende Korruption im Land zu produzieren. Der Beitrag zeigte Sie unter anderem, wie Sie im Hotelzimmer Geldscheine zählen. Kann man mit einem solchen Bild in einem solchen Themenkomplex zufrieden sein?
Nein. Ich war überhaupt nicht zufrieden. Das Fernsehteam war fünf Tage lang in Kiew unterwegs und hat sehr viele Aufnahmen gemacht. Die Aufnahme entstand, als ein Subunternehmer nach erbrachter Leistung der Transportaufträge ausbezahlt wurde. Dieses Geldzählen ist in dem Beitrag, der der Korruption gewidmet war, natürlich völlig verzerrt dargestellt worden.

Der Beitrag hat zu keiner negativen Resonanz geführt?
Nein. Solche Dinge kommen und gehen. Man weiss, dass die Firma Aeschlimann gutes Asphaltengineering und Belagsaufbauten für Brücken liefert und das ist gut so.

Sie machen die Ausführung vor Ort mit den eigenen Leuten. Auch die Maschinen bringen Sie aus der Schweiz mit.
Ja. Das wird alles aus der Schweiz geplant, gesteuert und ausgeführt. Somit können wir Leistung und Qualität garantieren. Nur für Nebenarbeiten werden Subcontractors angestellt. Das geht gut. Auch hier gilt: Man kann die Leistung und die Qualität nicht garantieren, wenn nicht mit erfahrenen Leuten und hochwertigen Materialien gearbeitet wird.

Wie motivieren Sie Ihre Leute, für ein paar Wochen beispielsweise in der Ukraine zu arbeiten?
Ich muss niemanden überzeugen. Die Aeschlimann Fachspezialisten leisten Auslandeinsätze nicht ungern, denn sie wissen, dass sie dort gut und umsorgt sind. Dies erfordert, dass die Unternehmensleitung vor Ort die Geschehnisse mitverfolgt und Probleme offensiv angeht.

Der allgemeine Tenor in der Baubranche ist bezüglich Auslandleistungen ein anderer: Ingenieur- und Planerleistungen seien exportierbar, Ausführungsleistungen allerdings nicht.
Wie schon erwähnt: Wir sind anders. Wir gehen mit unseren Fachspezialisten und unseren Maschinen ins Ausland und beeindrucken dort die Leute mit unseren Leistungen.

Wie freudig werden Sie vor Ort von den lokalen Unternehmen begrüsst?
Die lokalen Unternehmungen verfolgen zu Beginn mit grossem Interesse das Geschehen. Sie versuchen möglichst viel zu erfassen, um selbständig in der Ausführung aktiv zu werden. Gelingt ihnen dies nicht, sind es enttäuschte Konkurrenten.

Wohl umso mehr, als der Aeschlimann höhere Preise verlangt als sie.
Ein höherer Preis ist gerechtfertigt, um all die Risiken abzudecken. Dass unsere Einsätze in England und Deutschland die dortige Konkurrenz nervt, ist verständlich, wurde doch das Gussasphalt Business in Deutschland und England entwickelt. Offensichtlich haben einige europäische Länder in der Entwicklung der Gussasphaltbauweise weniger getan als die Schweizer mit Forschung und Entwicklung.

Ist das Auslandgeschäft auch ein lukratives Geschäft?
Alles in allem ist es interessant, wenn alle Rechnungen bezahlt werden. Werden nicht alle Rechnungen bezahlt, besteht das Risiko eines grossen Verlusts.

Und wie ist die Zahlungsmoral?
Die ist schlecht. Es ist ein sehr grosser Aufwand notwendig. Dazu kommt natürlich noch das Währungsrisiko. Wir wurden in England mit über 24 Prozent bestraft. In der Ukraine liegen wir bei 20 Prozent. Das schmerzt.

Wie kopierfreudig sind Ihre Konkurrenten?
Sehr. Wir haben 1983 für den Belagseinbau im Gubristtunnel eine Maschine patentieren lassen. Nach 20 Jahren lief das Patent aus. Und noch im gleichen Jahr meldete ein Konkurrent die Maschine mit ein paar geringfügigen Änderungen wieder zum Patent an. Dagegen haben wir natürlich opponiert. Noch immer läuft der rechtliche «Fight».

Woher kommen die Ideen für Ihre Neuentwicklungen?
Die Ideen entstehen aufgrund von alltäglichen Herausforderungen an der Front, mit denen wir mit unseren Auftragserledigungen konfrontiert werden. Die grundsätzliche Fähigkeit, offen zu sein, Ideen, Visionen in konkrete Strategien umzusetzen, ist für einen Unternehmer eine motivierende und zwingende Herausforderung. Dies erfordert auch die Bereitschaft, immer wieder Neues aufzunehmen und von anderen zu lernen. Entsprechend hat in unserer Unternehmung die Aus- und Weiterbildung einen grossen Stellenwert. Ohne persönliche wie auch fachliche Entwicklung des Kaders und der Belegschaft kann sich das Unternehmen zu wenig entwickeln.

Wird man als Unternehmen, das sich im Strassenbau betätigt, automatisch in eine störende, landschaftszerstörerische, unökologische Ecke gestellt?
Das ist ein grosses Problem. Auf Autobahnbaustellen, auf denen samstags, sonntags oder nachts gearbeitet wird und wo zwangsläufig infolge ungenügender Fahrstreifen Verkehrsstau entsteht, ertönen aus jedem dritten Auto Schimpfwörter gegen die Belegschaft, die beste Arbeiten verrichtet. Als Beispiel die ARGE-Baustelle A1 in Birrfeld, wo selbst in Zeitungen mehrere Leserbriefe abgedruckt wurden, in denen die Unternehmungen heftig attackiert wurden. Vier der Leserbriefschreiber wurden zu einer Baustellenbesichtigung eingeladen, drei sind gekommen und nach der Führung waren sich alle einig: «Wenn ich das gewusst hätte …»

Wie beurteilen Sie die Infrastrukturpolitik der Schweiz?
Sie ist schlecht.

Weshalb?
Schon vor 20 Jahren war erkennbar, dass uns zweispurige Autobahnen Probleme bereiten werden. Auf diesen Autobahnen wird der Verkehr, vor allem dort, wo Baumassnahmen durchzuführen sind, zusammenbrechen. Die Staus, die wir heute und in Zukunft noch stärker erleben werden, führen zu sehr grossen volkswirtschaftlichen Kosten. Dazu kommt die enorme Umweltbelastung durch die im Stau stehenden Fahrzeuge.
Auf der anderen Seite ist der Bahnverkehr nicht weniger problematisch. Es wäre ja sinnvoll, den Lastwagenverkehr auf die Schiene zu verlagern. Bald verfügen wir über einen sensationellen Gotthardtunnel. Die Bahnzufahrten von Nord und Süd zum Gotthardtunnel beherbergen rund 70 Objekte, die noch nicht angepasst sind und somit den Transitverkehr mit geforderten vier Metern Lichtraumhöhe der Transportfahrzeuge nicht ermöglichen. Wir sind insgesamt in einer schlechten Situation: Weder das Strassennetz noch das Bahnnetz ist für die Zukunftsbedürfnisse gerüstet.

Bei gewissen Politikern klingt es ganz anders.
Bei Finanz- und Umweltpolitikern klingt es anders, ja. Sprechen Sie jedoch die Fachpolitiker an, welche in Verkehrskommissionen mitwirken, die sich mit den realen Problemen beschäftigen, herrschen andere Meinungen. Diese politischen Kräfte mit der Fach- und Sachkompetenz finden heute leider noch keine Mehrheit.

Ein demokratisches Problem?
Die Demokratie ist eine enorme Errungenschaft. Wir leben in der Schweiz die Demokratie aber eher überspitzt.

Zurück zum Fachlichen: Können Sie abschätzen, wie stark die Lebensdauer in den letzten vielleicht 20 Jahren verlängert werden konnte?
Im Hochbau verhält es sich anders, als im Brückenbau. Im Brückenbau würde ich schätzen, wir konnten die Lebensdauer durch Qualität um 30 bis 40 Prozent steigern.

Riskiert ein Unternehmer, der die Lebenszeit seines Produkts massiv erhöht, auf längere Frist nicht ein Rückgang seiner Aufträge?
Die Frage ist nicht unberechtigt. In der Schweiz hat es so viele Infrastrukturbauten, die einerseits instand gestellt, aber auch für grössere Kapazitäten ausgebaut werden müssen, dass das Bauvolumen nachhaltig gross sein wird und genügend Expansion für die Bauwirtschaft bietet. Natürlich gibt es wirtschaftlich bedingt immer Schwankungen und da müssten auch die Schweizer Unternehmer wieder mehr Bereitschaft zeigen, fehlendes Potenzial mit Auslandeinsätzen abzudecken.

War es für Sie eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, auch ins Ausland zu gehen?
Ja. Know-how-Transfer ins Ausland ist immer interessant und substanziell. Durch technische Erfahrungen generiert man einen Profit.

Welchen Anteil erwirtschaften Sie im Ausland?
Der Auslandanteil nimmt alljährlich zu und dürfte mittelfristig bei rund einem Drittel liegen.

Ist die internationale Akquisition reine Chefsache?
Wir sind eine KMU, wo jedes Mitglied der Geschäftsleitung eine klar abgegrenzte Funktion hat. Nebst meiner Gesamtführung bin ich zuständig für die Auslandgeschäfte. Die internationale Erfahrung zeigt sich als sehr hilfreich. Jedes Land ist anders, man muss die Bereitschaft haben, auf die speziellen Gegebenheiten nicht nur einzugehen, sondern sie auch zu respektieren. Mit einem Chinesen, Russen oder Ukrainer wird Klartext gesprochen. Gespräche mit Briten oder Japanern, wo jedes Gespräch sehr subtil angegangen wird, verlaufen in der Regel ruhiger.

Sie sagten, Sie seien als Patron auch im Ausland vor Ort präsent. Sie machen die Akquisition. Zudem müssen Sie den Betrieb hier von der Zentrale aus führen. Wie kommt es, dass daneben noch Zeit für anderes bleibt?
Ja, bis Ende 2010 führe ich das Gesamtunternehmen und als Zusatz habe ich die Verantwortlichkeit für Auslandeinsätze. Ab 2011 wird die Führung Schweiz an meinen Stellvertreter, einen jüngeren Kadermitarbeiter gehen.

Bauunternehmer und Künstler – das ist keine alltägliche Kombination.
Es gibt viele Unternehmer, Politiker, die sich auch kreativ engagieren. Unternehmer zu sein und kreativ zu wirken liegt sehr nahe beieinander. Ein Unternehmer ohne Kreativität wird wohl kaum effizient und zielorientiert Problemlösungen finden.

Ist das Schaffen von Skulpturen Ihre Energiequelle?
Ja. Ich baue während des kreativen Schaffens aber auch Probleme ab. Wenn ich ein Problem habe, für welches ich keine Lösung finde, dann ziehe ich mich zurück und arbeite an meinen Skulpturen. Komplexe Gegebenheiten aufzuschlüsseln ist beim kreativen Arbeiten gut möglich.

Es heisst, in der Schweiz hätten Sie, anders als im Ausland, als Künstler einen schweren Stand.
In der Schweiz darf es eben nicht sein, dass ein Unternehmer auch Künstler ist. Als Künstler kann man hier offenbar nicht glaubwürdig sein, wenn man daneben ein Unternehmen führt.

«Der Künstler» wird vielfach als Stereotyp verwendet: Intellektuell anspruchsvoll, kompliziert, zurückgezogen und gleichzeitig extrovertiert, ein bisschen von seiner Umwelt gequält, politisch links stehend, angriffslustig aber eher wenig kritikfähig. Passt diese Beschreibung auf Sie?
Gar nicht. Ich nenne mich auch nicht Künstler, sondern ich betätige mich mit «Art Schaffen». Entsprechend bin ich in keiner Schweizer Künstlervereinigung. Meine erschaffenen Skulpturen lassen sich gut international absetzen und ermöglichen mir hervorragende Kontakte. Offensichtlich beeindrucken die von mir gewählten Materialien, Gussasphalt, Glas, Bitumen, Drahtseile und andere Baumaterialien, mit denen ich Skulpturen erstelle. Das fasziniert auch Jungkünstler, entsprechend habe ich alljährlich vier begabte internationale Jungkünstler, die sich in meinem Atelier auf kreatives Arbeiten mit speziellen Materialien einlassen.

Was müssen wir uns darunter vorstellen?
Die internationale Skulpturenorganisation veranstaltet jedes Jahr einen internationalen Wettbewerb, wo von jeder Kunstakademie ein Teilnehmer gesetzt wird. Von den rund 600 Künstlern werden die 15 Begabtesten durch eine internationale Jury ausgezeichnet. Von diesen 15 werden alljährlich 4 durch art-st-urban, eine Institution die durch meine Frau und mich geleitet wird, zu einem Workshop eingeladen. Ohne Unterstützung der öffentlichen Hand, aber dank Sponsoren- und Donatorenbeiträgen kann das Ganze finanziert werden. Den selektionierten Jungkünstlern wird An- und Rückreise, Kost und Logis, Besuche von Kunstakademien, spezielle Ausbildungssequenzen, Material und so weiter bezahlt. Sie lernen das Leben in einer anderen Kultur und profitieren enorm. Schon für einige der Absolventen war art-st-urban das Sprungbrett für eine gute Karriere.

Kann auch ein Strassenbelag Kunst sein?
Ja. Er kann gestalterisch durch Farbgebung und Oberflächenbehandlung als Kunst wahrgenommen werden. Ein Asphaltbelag kann auch ein technisches Kunstwerk sein, sofern er die hoch gestellten Anforderungen langfristig erfüllt. Ich denke da speziell an Brückenbeläge wie beispielsweise die Storebaelt Brücke in Dänemark, die sich temperaturbedingt von Sommer zu Winter um über zwei Meter verkürzt und wieder verlängert. Solche Einflüsse muss auch der Gussasphaltbelag adaptiert mitmachen und die darunter liegende Tragkonstruktion vor infiltrierendem Salz- und Meteorwasser schützen.

Beat Matter