Erfolgreich auf dem Holzweg

Beat Matter

Marco Schönmann (34), Inhaber der Schreinerei Schönmann AG, hat sich vor dreieinhalb Jahren selbständig gemacht. Heute zählt sein Team bereits zehn Festangestellte und fünf freie Mitarbeiter. (die baustellen Nr. 02/2012)

Den Wunsch, eine eigene Firma aufzubauen und zu betreiben, habe ich schon seit dem zweiten Lehrjahr als Möbelschreiner. In meinem Lehrbetrieb lief nicht alles so, wie ich mir das vorgestellt hätte. Das hat mich angespornt, es mit einer eigenen Firma irgendwann besser zu machen. Den Gedanken der Selbständigkeit habe ich seither stets im Hinterkopf mit mir herumgetragen. Nach meiner Lehre habe ich mich verschiedentlich weitergebildet und arbeitete bewusst eine Weile temporär in knapp zehn Firmen. Ich wollte Einblicke in verschiedene Unternehmen erhalten, wollte sehen, wie an anderen Orten gearbeitet wird. Später trat ich insgesamt vier Stellen als potenzieller Nachfolger an. Aus ganz unterschiedlichen Gründen wollte es aber nie klappen. Dennoch konnte ich während dieser Zeit sehr viele Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, was es mir schliesslich erleichterte, die eigene Firma zum Erfolg zu bringen. In der «Schüür» war schon vorher eine Schreinerei. Der Inhaber suchte einen Nachfolger. Ich konnte ihm das Inventar abkaufen. Vor dreieinhalb Jahren habe ich, zusammen mit einem Mitarbeiter, angefangen. Relativ schnell waren wir zu dritt. Heute sind wir zehn Festangestellte und konstant fünf freie Mitarbeiter.

Wachstum überall

Der Betrieb verfügt über drei Sparten: Innenausbauten, Küchenbau und Servicearbeiten. Verglichen mit den Annahmen im Businessplan, den ich bei der Firmengründung aufgestellt habe, hat sich das Unternehmen rund dreimal schneller entwickelt. Ich bin ein eher vorsichtiger Typ, gehe lieber von weniger aus und lasse mich dann positiv überraschen, wenn es besser läuft. Natürlich kann und soll das Wachstum nicht einfach so weitergehen, wie in den vergangenen drei Jahren. Ich sehe vorderhand das Potenzial, bis auf 20 Mitarbeitende aufzustocken. Das wäre eine gute Grösse. Mit dem Team ist auch die Schreinerei gewachsen. Seit der Gründung sind wir permanent damit beschäftigt, die Räumlichkeiten zu erweitern. Die neueste Errungenschaft ist unser Showroom, den wir Ende März anlässlich eines Tages der offenen Türe eröffnen werden. Hier können sich Kunden künftig direkt ein Bild von den Möglichkeiten verschaffen, die wir ihnen anbieten können. Und à propos Bild: Als Innovation bieten wir unserer Kundschaft 3-D-Visualisierungen von Küchen und Innenausbauten an. So bekommen sie einen sehr realistischen Eindruck. Wir vertreiben nicht Küchen von Fremdmarken, sondern bauen sie selbst. In den letzten beiden Jahren waren es jeweils 100 Stück.

Weekend gehört der Familie

Mir ist der Teamgedanke wichtig. Was wir als Firma erreichen, erreichen wir gemeinsam. Es ist kein Zufall, dass Werkstatt und Büro durch eine Glasscheibe getrennt sind. Das eine gehört zum anderen, nichts kapselt oder hebt sich ab. Wenn Probleme entstehen, sachliche oder persönliche, dann reden wir darüber, um als Team wieder aus dem Vollen schöpfen zu können. Nebst aller Arbeit ist mir auch die Freizeit wichtig. Am liebsten verbringe ich diese mit meiner Frau und den beiden kleinen Kindern. Einmal wöchentlich trainiere ich Handball. Früher habe ich Nati B gespielt. Heute noch 3. Liga. Jeden dritten Samstag fände ein Spiel statt, doch jedes zweite davon verpasse ich – die Familie hat Vorrang. Ich arbeite nie sonntags und fast nie samstags, dafür an Werktagen regelmässig 10 bis 12 Stunden pro Tag.

Beat Matter