«Wir wollen die besten Fachleute ausbilden»

Thomas Stocker ist Geschäftsführer der Bildungszentrum Bau AG und stv. Direktor der Stiftung Campus Sursee. Im Gespräch schildert er, wie man auf dem Campus mit dem Lockdown umging. Und weshalb man trotz Corona-Wirren positiv in die Zukunft blickt. „die baustellen“ Nr.07/08/2020


„die baustellen“: Herr Stocker, wir treffen uns direkt nach den Sommerferien auf dem Campus Sursee. Konnten Sie in den Ferien wirklich abschalten oder schauten Sie sich permanent die BAG-Zahlen an?

Thomas Stocker: Selbstverständlich habe ich die Entwicklung der Corona-Fallzahlen sowie die Weisungen von Bund und Kanton eng verfolgt. Trotzdem empfand ich die Ferien in der Schweiz als sehr erholsam. Wir machten vor der Haustüre – im Glarnerland, im Engadin und in Appenzell Ferien – und durften einmal mehr erkennen: Wir dürfen dort leben, wo andere Menschen ihre Ferien verbringen.

Die Ansteckungszahlen steigen seit Juni langsam, aber sukzessive an. Gab es keinen Moment, in dem Sie zu bibbern begannen?

Nein. Wir arbeiteten vor den Sommerferien intensiv daraufhin, dass wir nach den Sommerferien den ordentlichen Bildungsbetrieb unter Umsetzung der nötigen Schutzmassnahmen zuverlässig hochfahren können. Insofern konnte ich beruhigt auf den Schulstart im August blicken.

Hinter uns liegt ein Corona-Frühling und Frühsommer, der alle Vorstellungen sprengte. Wie plant man nach so einer Zeit ein zweites Halbjahr?

Wir sind grundsätzlich sehr erfahren darin, in einem sehr dynamischen Wirtschaftsbereich mit teils verblüffend hoher Genauigkeit in die Zukunft zu planen. Darauf sind wir angewiesen, um die Infrastrukturen auf dem Campus sowohl mit unserer Bildungstätigkeit als auch mit Gastveranstaltungen und Seminaren effizient auslasten zu können. Ich würde nicht behaupten wollen, wir seien spezifisch auf eine solche Krise vorbereitet gewesen. Aber unser Management ist so aufgestellt und eingespielt, dass es in der Lage ist, eine solche Krise zu meistern und trotzdem vorwärts zu schauen.

Unter Ihrer Leitung wurde im Bildungszentrum Bau bereits seit Jahren eine intensive Digitalisierungs-Strategie umgesetzt. Das Fernstudium oder auch interaktive Webinare waren schon vor Corona eingeführt und erprobt. Führte der Lockdown trotzdem zu einem weiteren Digitalisierungs-Schub auf dem Campus?

Es löst bei mir ein gewisses Schmunzeln aus, wenn im Zuge der Corona-Krise von einem «Digitalisierungs-Schub» an den Schulen die Sprache ist. Denn unter der Digitalisierung unserer Bildungsangebote verstehen wir nicht einfach den Einsatz digitaler Hilfsmittel. Wir haben uns frühzeitig und intensiv damit beschäftigt, interaktive Lernplattformen zu entwickeln, die eine effiziente Kombination von computergestütztem Lernen und klassischem Präsenzunterricht ermöglichen. Was diese Sphäre der Digitalisierung betrifft, haben wir im Zuge der Corona-Krise wenig Neues gelernt. Natürlich, auch wir wissen nun, wie man mit «Zoom» und «Microsoft Teams» umgeht. Die entscheidende Erkenntnis aber war, dass die Tools, die wir in den letzten Jahren entwickelten, funktionieren.

Dennoch mussten Sie den Präsenzunterricht einstellen und auf die besagten Videokonferenz-Programme zurückgreifen. Wie hat sich das ausgewirkt?

Stark. Aus den Rückmeldungen der Studierenden geht eine grosse Dankbarkeit hervor, dass die Ausbildungen nahtlos weitergeführt werden konnten. Die Studierenden vermissten den Präsenzunterricht vor Ort allerdings massiv. Das überrascht uns nicht, denn dieser gelebte Erfahrungsaustausch gehört zu den zentralen Erfolgsfaktoren des Campus. Fällt er weg, dann leidet nicht nur die Atmosphäre, sondern es zeigen sich auch messbare Konsequenzen: Wir verzeichneten um rund 10 Prozent schwächere Prüfungsresultate, die wir durch den Wegfall des Präsenzunterrichts erklären. Der Präsenzunterricht bleibt also trotz fortschrittlichen digitalen Angeboten zwingend notwendig.

Warum?

Sozialkompetenzen sind heute schon wichtig und werden künftig noch wichtiger. Entsprechend von Bedeutung ist und bleibt der direkte Erfahrungsaustausch, wie ihn nur der Präsenzunterricht gewährleisten kann. Darauf haben wir in unserer Digitalisierungsstrategie stark Rücksicht genommen. Wir haben zwar die Ausbildungszeiten vor Ort reduziert und das selbstgesteuerte Lernen etabliert, wodurch es uns gelungen ist, kostengünstigere Angebote zu gestalten. Den Präsenzunterricht aufzuheben stand aber nie zur Debatte.

Ist es das Hauptziel Ihrer Digitalisierungsstrategie, kostengünstigere Angebote zu schaffen? Oder allgemeiner gefragt: Wer oder was ist der Treiber Ihrer Digitalisierungsstrategie?

Der Antrieb zu unserer Digitalisierung kommt klar vonseiten des Campus. Wir verfolgen die Entwicklungen im Bereich der digitalisierten Bildungsangebote seit Jahren intensiv und kamen für uns zum Entscheid, in diesem Bereich eine Vorreiterrolle spielen zu wollen. Parallel dazu geben die Unternehmer in unseren regelmässigen Befragungen klare Rückmeldungen. Sie wünsche sich möglichst kurze Ausbildungszeiten, möglichst hohe Kompetenzen und möglichst günstige Angebote. Es ist unsere Herausforderung, hier ein Optimum zu finden. 

Am Campus Sursee sind hunderte von Ausbildungscoaches dafür zuständig, den Studierenden praktisches und theoretisches Fachwissen zu vermitteln. Braucht es weniger von ihnen, wenn das Lernen vermehrt selbstgesteuert passiert und der Präsenzunterricht reduziert wird?

Auch das ist eine Erkenntnis, die wir in den letzten Jahren machten: Es braucht gleich viele Ausbildungscoaches. Und es braucht Ausbildungscoaches mit noch mehr Fachkompetenzen. Denn im Zuge des selbstgesteuerten Lernens werden die Coaches mit viel mehr Fragen konfrontiert, als es früher der Fall war. Diese Entwicklung hat bei unseren aktuell 500 Ausbildungscoaches einen Weiterbildungsbedarf ausgelöst, um sich mit ihrer neuen Rolle zurechtfinden zu können.

Wie kam das bei den Leuten an?

Die Umstellung löste da und dort gewisse Ängste aus. Diese waren nicht abhängig vom Alter, wie man in diesem Fall vielleicht annehmen könnte, sondern vielmehr abhängig von der persönlichen Einstellung. Es gab aber niemanden unter den Coaches, der sich grundsätzlich verweigert hätte. Nach den ersten paar Jahren zeigt sich der Grossteil unserer Ausbildungscoaches heute begeistert vom neuen Ansatz.

Corona war dieses Jahr nicht die einzige «Überraschung» für Sie: Per Ende Juli trat Campus Sursee-Direktor Daniel Suter in den Ruhestand. Nachdem sein bereits bestimmter Nachfolger kurzfristig absagte, führen Sie als stv. Direktor nun seit Anfang August die Stiftung Campus Sursee ad Interim. Wie gingen Sie damit um?

Mit sehr guten Gefühlen – und bestens vorbereitet. Wir pflegen hier am Campus eine Führungskultur, die sehr transparent, offen und breit abgestützt ist. Als bisheriger stellvertretender Direktor der Stiftung Campus Sursee war ich entsprechend in alle Tätigkeiten involviert. Der ungeplante Übergang von Daniel Suter zu mir konnte deshalb praktisch nahtlos erfolgen. Dennoch bedeutet es selbstverständlich eine Herausforderung, denn die gegenwärtige Situation alles andere als einfach.

Wie geht es nun weiter mit der Geschäftsführung des Campus Sursee?

Das neuerliche Selektionsverfahren für einen Direktor des Campus Sursee läuft. Es ist davon auszugehen, dass der Entscheid ungefähr Ende August gefällt wird. Wann der Entscheid schliesslich kommuniziert werden kann, ist offen.

Während die Bildungszentrum Bau AG flexibler auf den Lockdown reagieren konnte, traf die Krise die Seminarzentrum AG mit voller Wucht. Wird das zu spürbaren Konsequenzen auf dem Campus führen?

Das Bildungszentrum ist dank einer schlanken Kostenstruktur und schlanken Fixkosten trotz Corona-Lockdown in einem positiven Bereich. Den Rückgang können wir über eine zurückhaltende Investitionstätigkeit abfedern, weshalb auch keine Konsequenzen für unsere Kunden entstehen. Der Campus insgesamt aber hat aufgrund der Ausfälle im Seminarbereich eine regelrechte Bremsspur hinterlassen. Glücklicherweise gilt auch hier: Dank unseren sehr erfolgreichen Tätigkeiten in den letzten Jahren sind wir in der Lage, die finanziellen Konsequenzen aus eigener Kraft aufzufangen.

Wie sieht die Perspektive für das Seminarzentrum aus?

Es finden bereits jetzt wieder kleinere Seminare auf dem Campus statt. Wir gehen heute davon aus, dass wir per Anfang des nächsten Jahres auch mit dem Seminarzentrum wieder langsam zum Normalbetrieb übergehen können, es aber nochmals rund ein halbes Jahr dauern wird, bis wir das Vor-Corona-Niveau erreichen.

Wenn Sie in die Zukunft des Bildungszentrums blicken: Welche Ziele visieren Sie an?

Wir wollen auf dem Campus die besten Baufachleute des Landes ausbilden. Wir wollen dabei die höchste Effizienz erreichen und uns dafür auch weiterhin intensiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Denn die begonnenen Arbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen.

Was folgt noch?

Wir sind intensiv damit beschäftigt, auch die höheren Kaderausbildungen in unsere interaktive Bildungsplattform zu integrieren. Und wir sind beispielsweise dabei, ein BIM-Labor aus der Wiege zu heben, um auch in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnehmen zu können. Dies in doppelter Hinsicht: Zum einen als Inputgeber in der Digitalisierung des Baus, zum anderen in der Digitalisierung des Unterrichts.

Das Bildungszentrum Bau versorgt die Bauindustrie mit Kaderpersonal und somit mit modernem Know-how. Aufgrund des demografischen Wandels fehlt es allerdings an gutem Kadernachwuchs, sowie an gutem Baunachwuchs überhaupt. Was kann der Campus Sursee dazu beitragen, die Situation zu entschärfen?

Wir tragen unseren Teil bei, indem wir sehr attraktive Bildungsgefässe anbieten, individuelle Karriereberatungen durchführen sowie vielfältige Karrieremöglichkeiten eröffnen. Dazu gehört auch, dass wir attraktivere Angebote für Quereinsteiger entwickeln, denn der Mangel an Kaderpersonal wird nicht allein aus dem heutigen Bestand der Bau-Lernenden behoben werden können. Man wird fähiges Personal aus anderen Berufsgruppen brauchen und muss Angebote kreieren, die einen Wechsel in die Baubranche reizvoll machen. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Denn nach wie vor schreiben die Prüfungsreglemente vor, dass zur Erlangung bestimmter Kaderstufen ein Lehrabschluss als Maurer zwingend ist. Davon wird man sich lösen müssen.

An welche Berufsgruppen denken Sie effektiv, wenn Sie von Quereinsteigern reden?

In einem ersten Moment an naheliegende handwerkliche Berufe: Schreiner, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, auch Zeichner allenfalls. Dann aber meine ich, sollte man den Fokus weit aufmachen dürfen. Man lernt heute nicht mehr den Beruf, in dem man pensioniert wird. Viele Menschen überlegen sich zwischen 40 und 50 eingehend, ob sie wirklich den Job haben, den sie noch bis zur Pension ausführen wollen. Ich stelle mir einen Banker an einem Schalter vor, der dabei zuschaut, wie gegenüber auf der Baustelle ein Kran arbeitet. Wir müssen derart gute Angebote machen, dass ein Banker, der sich plötzlich eine Baukarriere vorstellen kann, einen Einstieg findet.

Sie scherzen!

Überhaupt nicht. Ich sage Ihnen: Bauen ist tief in uns angelegt. Etwas zu bauen gehört zu den frühesten Tätigkeiten, die jedes Kind auf dieser Welt ausprobiert und erlernt, sei es mit natürlichen Materialien, mit Bauklötzen oder mit Legosteinen. Das Bauen ist eine Art Urinstinkt, der in der späteren Kindheit leider oftmals verloren geht. Wir müssen versuchen, diesen Instinkt da und dort wieder wecken.

Wie?

Die Bauberufe benötigen dafür eine intensive Imagepflege. Mit unseren hochstehenden und modernen Bildungsangeboten sowie einer Infrastruktur, die auch baufremde Berufsgruppen auf dem Campus Sursee lockt, sind wir mit Sicherheit ein Image-Leuchtturm in der Baubranche. Solche Leuchttürme bräuchte es noch mehr.

Wie ist das Einvernehmen mit dem Baumeisterverband und weiteren wichtigen Branchenplayern in solchen Fragen?

Mit seinem Projekt Masterplan «SBV Berufsbildung 2030» hat der Baumeisterverband die Thematik stark vorgeprägt und ist damit meiner Einschätzung nach erfolgversprechend unterwegs. Bisweilen gibt es einen gewissen Diskussionsbedarf, wenn es um die konkrete Rollenteilung oder auch darum geht, wie wir als Campus Sursee sich bietende Spielräume in der Ausführung nutzen können. Das erklärt sich teils schon mit den unterschiedlichen Organisationsformen: Während der SBV als grosser Landesverband mit seinen Strukturen stark auf alle Interessengruppen achten muss, verstehen wir uns als dynamische Unternehmung, die gerne innovativ tätig ist und Opportunitäten gerne flexibel nutzt. Trotzdem arbeiten wir eng und gut mit dem Baumeisterverband zusammen.

In der Branche heisst es bisweilen, dass aufgrund des Kadermangels bisweilen auch mässig geeignete Leute eine Kaderlaufbahn einschlagen. Was sagen Sie aus Perspektive des Campus Sursee dazu?

Die Problematik liegt in der Natur der Sache. Bildungsangebote – nicht nur jene im Bausektor – sind einem heftigen Preisdruck ausgesetzt. Da die Lehrgänge über die Anzahl der Teilnehmenden finanziert werden, entsteht ein gewisser Drang, die Teilnehmerzahlen zu Lasten der Qualität hoch zu halten. Am Campus Sursee beschreiten wir unseren eigenen Weg, um mit der Problematik umzugehen. Und zwar, indem wir mittlerweile auf allen Kaderstufen klare Eintrittshürden definieren sowie bei sämtlichen Ausbildungen einen Eintrittstest verlangen. Das ist sinnvoll für uns, für die ganze Branche und letztlich auch für den einzelnen Bewerber. Denn wir halten es nicht für redlich, jemandem beträchtliche Kosten und einen grossen Arbeitsaufwand zuzumuten, dem man nach seriöser Vorabklärung hätte sagen können, dass das Rüstzeug für diese Ausbildung fehlt.

Wie sehen die Eintrittshürden bei den Bauführern und Polieren aus?

Für die Bauführer-Lehrgänge setzen wir zunächst einmal den Berufsabschluss als Polier voraus. Wir lassen also keine gelernten Maurer oder Strassenbauer zu, die sich ihre Polierkenntnisse rein in der Praxis angeeignet haben. Zusätzlich führen wir Aufnahmeprüfungen durch, bei denen jeweils rund 20 Prozent der Bewerbenden nicht bestehen.

Bei den Polieren haben wir die Eintrittshürde so definiert, dass wir einen Basisblock anbieten, indem die Kompetenzen aus der Maurer-Berufslehre aufgefrischt und geprüft werden. Das Bestehen dieses Moduls – das auch für die angesprochenen Quereinsteiger eine attraktive Option wäre – ist die Grundlage, um in den Polier-Lehrgang einsteigen zu können. Auf diese Weise werden wir unserem eigenen Qualitätsanspruch gerecht. Wir wollen die Kaderleute auf jeder Stufe so ausbilden, dass sie in der Praxis erfolgreich sein können.

Sie selbst sind ein Beispiel dafür, was für eine Karriere in der Baubranche möglich ist. Angefangen als Maurer, haben Sie in der Folge alle Stufen bis zum Baumeister durchlaufen und Bauunternehmungen geleitet, bevor Sie in die Ausbildung wechselten. Was hat Sie motiviert, immer wieder einen Schritt weiter zu gehen?

Ich war und bin stets von einer grossen Begeisterung für die Baubranche angetrieben. Das begann in frühester Kindheit, denn ich wuchs quasi in einer kleinen Bauunternehmung auf, die mein Vater führte. So wurde ich früh vom Bau-Virus infiziert – und zugleich vom Unternehmertum, weshalb es mich immer reizte, Verantwortung zu übernehmen. Dank dieser Haltung und dank Menschen, die mich immer wieder förderten und an mich glaubten, durchlief ich die klassische Baukarriere. Und es erfüllt mich mit grossem Berufsstolz, konnte ich bei namhaften Grossprojekten wie beispielsweise grossen Sporthallen oder der Westumfahrung in Zürich meinen Beitrag leisten. 

Was führte dazu, dass Sie schliesslich aus einer Unternehmensleitung an den Campus Sursee wechselten?

In der letzten Unternehmung, die ich führte, musste sehr viel Aufbauarbeit geleistet werden. Das war interessant, ging aber an die Substanz. So sehr, dass ich mich schliesslich fragte, ob ich das wirklich noch 25 Jahre machen will. Ich besann mich in dieser Situation auf eine zweite Faszination, die sich neben dem Bau durch mein ganzes Leben zieht: Die Bildung und das Unterrichten. Von der Pfadi über eine der ersten Snowboardschulen der Schweiz bis zu verschiedenen Gelegenheiten während meiner Baukarriere war es mir immer wichtig, Wissen weiterzugeben. Diese Faszination wurde ein weiteres Mal geweckt, als sich die Gelegenheit bot, in die Berufsbildung an den Campus Sursee zu wechseln.

Fiel Ihnen der Wechsel schwer?

Er reizte mich, trotzdem traf ich die Entscheidung nicht leichtfertig. Aus guten Gründen, wie sich danach immer wieder zeigte. Denn es ist ein markanter Schritt von einer Bauunternehmung an ein Bildungsinstitut. Läuft es in einer Bauunternehmung nicht rund, kann ich als Chef die Ärmel hochkrempeln, selbst mit anpacken und dann läuft die Sache in der Regel wieder. Passiert bei einem Bildungsinstitut ein gröberer Fehler, kann es gut und gerne 20 Jahre dauern, bis das verlorene Vertrauen bei der Kundschaft wiedergewonnen ist.

Wie haben Sie diese Umstellung geschafft?

Ich besuchte als Baumeister unter lauter angehenden Schulleitern und Pädagogen ein Masterstudium an der Pädagogischen Hochschule nachdem ich die Leitung des Bildungszentrums übernommen hatte. Es zeigte sich seither immer wieder, dass es für mich sehr wertvoll war, mir fundierte Kenntnisse über die Bildung anzueignen. Anwenden konnte ich dieses Wissen gepaart mit meinen breiten Praxiserfahrungen seither in allen Bildungsbereichen hier auf dem Campus. Die vertiefte Kenntnis aller Bereiche kommt mir in meinen heutigen Funktionen in der Geschäftsleitung des Bildungszentrums sowie der Stiftung sehr zugute. Und Tag für Tag bestätigt sich: Der Campus Sursee ist meine Leidenschaft.

Beat Matter