«Ich will den Takt angeben»

Beat Matter

Nando Cagienard (19) ist Strassenbau-Lernender bei der Eberhard Bau AG. Diesen Herbst spielte er in der Webserie „Die Bauhelden“ des Schweizerischen Baumeisterverbands mit. Später will er seine eigene Bauunternehmung leiten. („die baustellen“ Nr.10/2017)

Ich bin einer von vier Protagonisten der Webserie «Die Bauhelden», die vom Schweizerischen Baumeisterverband zur Nachwuchsförderung initiiert und diesen Herbst veröffentlicht wurde.

Wirklich gesucht habe ich diesen Auftritt nicht. Vielmehr fragten die Macher bei meinem Betrieb, der Eberhard Bau AG, wegen eines geeigneten Lernenden an. Worauf meine Chefs meinten, ich sei der Richtige für diese Aufgabe.

Im Vorfeld des Drehs kamen die Film-Produzenten mehrmals auf die Baustelle, informierten sich über die Tätigkeiten des Strassenbauers und über mich als Person. Basierend darauf entwickelten sie ein Drehbuch, das wir auf den Drehtag hin einübten. Gefilmt wurde mein Auftritt schliesslich innerhalb eines Tages. Dabei gelang nicht immer alles im ersten Anlauf. Manchmal war es richtig anstrengend, nach kleinen Fehlern Szenen wieder und wieder von vorne zu beginnen. Am Resultat habe ich jedoch nichts zu meckern. Auch mein Lehrbetrieb ist zufrieden, wie es rausgekommen ist.

Strasse und Autos

Ich bin im dritten Lehrjahr als Strassenbauer. Nächsten Sommer schliesse ich ab, bereits Ende Dezember muss ich meine Vertiefungsarbeit in den allgemeinbildenden Fächern abgeben. Ich beschäftige mich darin mit Tattoos. Ich trage selbst zwei davon: Zwischen den Schulterblättern einen Kompass und am linken Unterarm den Schriftzug «Never give up». Das passt zu mir, denn ich weiss, wohin ich will.

Schon als Kind habe ich gerne gebastelt und gebaut. Früh setzte ich daheim im Garten selbständig Platten, arbeitete auch viel mit Holz oder baute einen kleinen Brunnen. Ich habe Freude, wenn etwas dauerhaftes entsteht. Durch meinen Vater, der viele Jahre als Elektriker tätig war, kam ich zudem schon als Kind in Kontakt mit der Bauwelt.

Als es in der Oberstufe schliesslich um die Berufswahl ging, lag eine Schnupperlehre auf dem Bau für mich nahe. Ich schaute mir den Strassenbau bei der Eberhard Bau AG an – und blieb sofort hängen. Bis heute hat mir die Arbeit im Strassenbau nie abgelöscht. Sie passt auch deshalb zu mir, weil ich Autos liebe. Ich tune sie gerne, schraube gerne daran herum – und fahre sie natürlich gerne: Gegenwärtig einen Golf 6 GTI.

Stufe für Stufe

In der Serie «Die Bauhelden» spiele ich den ehrgeizigen Lehrling, der später einmal eine eigenen Betrieb führen will. Das ist nicht einfach eine Rolle: Denn ich bin wirklich so – und will tatsächlich einmal Chef meiner eigenen Bauunternehmung sein. Ich kann mir nicht vorstellen, ein Leben lang das zu tun, was andere mir auftragen. Ich möchte selbst den Takt angeben und sagen, was gemacht und wie es gemacht werden soll. Ich bin bereit, mich stark für dieses Ziel zu engagieren, denn ich weiss, dass ich dafür noch sehr vieles lernen und noch viel Erfahrung sammeln muss.

Zunächst einmal nehme ich mir vor, meinen Lehrabschluss mit mindestens einem Fünfer zu machen. Ich bin zuversichtlich, denn bisher habe ich stets gute Noten geschrieben. Nach dem Abschluss würde ich am liebsten im Betrieb bleiben, ein Jahr als Strassenbauer arbeiten, oder aber direkt mit der Maschinisten-Ausbildung zu beginnen. Mittelfristig möchte ich mich zum Vorarbeiter, Polier und Bauführer weiterbilden, um das Zusammenspiel auf dem Bau auf allen Stufen hautnah kennen zu lernen. Und dann schaue ich, welche weiteren Schritte mich meinem Ziel der eigenen Unternehmung näher bringen. Aus heutiger Sicht würde ich als Chef gerne mit einem BMW M4 durch die Gegend fahren. Die Vorstellung gefällt mir.

www.bauhelden.ch

 

Beat Matter