«Intensive Nutzung» à la Orange

Vor den Sommerferien kümmerte ich mich um eine Option, um auch im Ausland mobiles Internet nutzen zu können. Ich nahm mir zwar vor, während den zwei Wochen meine Handy-/Tablet-Nutzung massiv zu reduzieren, trotzdem wollte ich die Möglichkeit haben, auf gewisse Infos im Internet zuzugreifen, ohne mich dabei zu ruinieren.

Der Orange Kundenberater wies auf meine Anfrage auf die Option der so genannten „Travel Packs“ hin. Diese Pakete gibt es bei Orange in drei verschiedenen „Grössen“: 10, 50, 200. Die Grösse der Pakete bezieht sich auf die Gesprächsminuten, die Anzahl SMS sowie die Datenmenge in Megabyte, die sie beinhalten (Beispiel: Das „Travel Pack 10“ beinhaltet 10 Gesprächsminuten, 10 SMS und 10 MB Daten). Wobei für mich einzig die Datenmenge von Interesse war.

Orange empfiehlt das Pack 10 „zur regelmässigen Nutzung Ihres Mobiltelefons im Ausland“. Zur „intensiven Nutzung“ empfiehlt Orange das Pack 50. Zur „sehr intensiven Nutzung“ das Pack 200.

Das kleinste Paket schien mir selbst für eine reduzierte Nutzung zu klein. Das grösste Paket hingegen wollte mit meinem Vorsatz der reduzierten Nutzung nicht harmonieren. Also entschied ich mich für das mittlere Paket: 50 MB Daten für 14 Tage.

Während den zwei Wochen habe ich das Handy tatsächlich (für meine Verhältnisse) stark reduziert verwendet. Ich habe ungefähr einmal täglich meine Twitter-TL geladen und die Mails gecheckt. Daneben habe ich die eine oder andere Info zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten oder Ausflugsmöglichkeiten gesucht. Ich hielt alles bewusst knapp, denn ich wollte nicht für mehr Datenmenge bezahlen, als in meinem Travel Pack inbegriffen war.

Als ich gestern Abend wieder in Zürich landete, hatte ich rund 45 MB Datenmenge „verbraucht“. Ich habe also durch meinen stark reduzierten Gebrauch das „Travel Pack 50“ (bezüglich Daten) beinahe ausgereizt, welches Orange für die „intensive Nutzung“ empfiehlt.

Orange hat also entweder eine ganz andere Vorstellung von „intensiver Nutzung“ als ich. Oder Orange sorgt mit irreführenden/falschen Empfehlungen dafür, dass der eine oder andere nichtsahnende Kunde während den Ferien mehr Dienstleistung konsumiert, als mit seinem Reise-Paket abgedeckt war.

Beat Matter