Der Meister-Mechatroniker

Beat Matter

Lukas Hediger, 22, Lastwagen-Mechatroniker, ist offiziell der beste seines Metiers. Er hat an der Automobil-Mechatroniker-Schweizer-Meisterschaft abgeräumt und misst sich nun auf Weltniveau. (die baustellen Nr. 01/2013)

Im Jahr 2007 habe ich meine Lehre als Lastwagen- Mechatroniker bei der Scania Schweiz AG in Emmen begonnen. Im Jahr 2011 habe ich sie abgeschlossen, als Bester der Zentralschweiz. Seit November 2011 arbeite ich als «Ausgelernter» weiter in der gleichen Bude. Ich weiss, es gibt verschiedene Meinungen dazu, ob man nach der Lehre beim gleichen Arbeitgeber weiterarbeiten soll. Ich habe mir diese Gedanken auch gemacht. Auch über einen Auslandaufenthalt dachte ich nach. Wir hätten dazu im Unternehmen die Möglichkeiten. Schliesslich habe ich mich für das Bleiben entschieden. Einerseits haben wir so viel Arbeit, dass mich die Bude eigentlich gar nicht gehen lassen wollte. Andererseits ist das Team in Emmen super. Es ist für mich eine Art Familie, die man natürlich ungern verlassen würde. Im Moment stimmt es so für mich. Wie mein weiterer Weg aussieht, weiss ich selbst noch nicht. Ich verlasse mich darauf, dass ich im richtigen Moment an den rechten Ort komme. Aber im Moment habe ich sowieso genug um die Ohren. Das bleibt sicher noch bis zur Weltmeisterschaft im Sommer so.

Wettkampf-Mechaniker

Auf die Berufsmeisterschaft machte mich mein ehemaliger Berufsschullehrer aufmerksam. Im August ging ich gemeinsam mit einem Kollegen zur Vorausscheidung in Langenthal. Die Meisterschaft wird auf Personenwagen-Niveau durchgeführt – auch deshalb ging ich ganz unverkrampft ans Werk. Schliesslich wäre es nicht mein eigentliches Fachgebiet gewesen, in welchem ich «versagt» hätte. Der Wettkampf ähnelte der praktischen Berufsabschlussprüfung. Es ging gut: Ich qualifizierte mich für die Schweizer Meisterschaft in Genf. Anlässlich einer Berufsausstellung in der Palexpo-Halle fand die Meisterschaft statt, entsprechend lärmig und nervös waren die Arbeitsbedingungen, weil einem stets Leute um die Nase surrten. Ich hatte ein eher schlechtes Gefühl, glaubte, viele Fehler gemacht zu haben. Trotzdem rechnete ich mir Chancen dafür aus, nicht Letzter zu werden. Ich war dann wirklich sehr überrascht, als es hiess, ich müsse bei der Rangverkündigung mit den besten Vieren auf die Bühne – und dann sogar verkündet wurde, ich hätte gewonnen. Ich fuhr mit meiner Goldmedaille nach Hause, wo schon ein mit Glückwünschen beschriebenes Leintuch am Balkon hing – brauchte dann aber doch zwei, drei Tage, bis ich meinen Sieg wirklich realisierte. Dann war es schon ein gutes Gefühl. Auch im Geschäft war die Freude riesig.

Doch es ging Schlag auf Schlag weiter. Quasi als Zwischenstufe konnte ich an den Fünfländer- Cup in Berlin. Dort wurde ich Zweiter und holte mir damit die Qualifikation für die Weltmeisterschaft Anfang Juli in Leipzig. Mein Motto: Vollgas geben und schauen, was dabei rauskommt.

Diesel im Blut

Die Wahl für meinen Beruf fällte ich sehr früh. Ich lebe in Oberarth im Kanton Schwyz, bin dort aufgewachsen. Ennet dem Bächlein ist gleich der «Transpörtler». Dort bin ich schon als kleiner Goof um die Lastwagen gekurvt. Als Sechstklässler durfte ich bereits selbst Räder wechseln und Lastwagen tanken. Als die Berufswahl anstand, schaute ich schon noch die eine oder andere Alternative an. Aber eigentlich war längst klar: Lastwagen sind meine Faszination. Es gibt für mich kein besseres Gefühl, als vor einem Haufen Einzelteile zu stehen und dann ein paar Stunden später den Zündschlüssel zu drehen und aus der Garage fahren zu können. Der Diesel wurde früh in mein Blut eingespritzt. Und dort ist er geblieben.

 

Beat Matter